Linksammlung und praktischer Reiseführer - Mexiko

Calakmul

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260 m
Calakmul - Estructura II

Calakmul war schon im Präklassikum eine große und bedeutende Stadt, während der klassischen Periode war sie zeitweise eine der bedeutendsten Mayastädte. Man schätzt, dass allein im Stadtgebiet von Calakmul etwa 50000 Menschen gelebt haben. Zusammen mit einigen assoziierten kleineren Städten und dem Umland soll das Reich etwa 1.5 Millionen Einwohner gehabt haben. Es gibt insgesamt über 6000 Strukturen, nur ein kleiner Teil davon ist ausgegraben. Es wird immer noch gegraben und geforscht. Seit 2002 Calakmul Weltkulturerbe der UNESCO.

Die Geschichte von Calakmul ist eng mit der Geschichte von Tikal (Guatemala) verknüpft, das nur etwa 90 km entfernt liegt. Über die gesamte klassische Periode waren die beiden Städte Rivalen. Von 562n. Chr. bis 695n. Chr. hatte Calakmul klar die Oberhand und war während dieser Zeit wahrscheinlich die wichtigste Stadt des Mayagebietes. Davor und danach dominierte aber Tikal.

695n. Chr. verlor Calakmul eine wichtige Schlacht gegen Tikal, was den Niedergang besiegelte. Die letzten Datumsangaben auf Stelen stammen aus dem Jahr 909. Wahrscheinlich war es danach noch einige Zeit besiedelt, große Bedeutung hatte es aber nicht mehr.

Calakmul - Stelen

Das Stadtgebiet liegt auf leichten natürlichen Anhöhe von etwa 25km², um die herum ein System von Kanälen und Zisternen angelegt wurde. Das Zentrum mit den wichtigsten Gebäuden umfasst etwa eine Fläche von 2km². Insgesamt acht Zeremonialstraßen (Sacbe) hat man ausgemacht. Einige davon führen weit ins Umland.

Die Plaza Central ist ein offener Platz, der von den Gebäuden II bis VIII umgeben ist. Struktur VII an der Nordseite des Platzes ist eine vierstufige Pyramide von 22 m Höhe. Sie dürfte überwiegend als Wohngebäude von Herrschern gedient haben. Im Inneren wurde eine Grabkammer entdeckt. Ein junger Herrscher aus dem späten Klassikum liegt hier begraben, es wurden reichlich Grabbeigaben aus Jade gefunden, insgesamt über 2000 Stücke, darunter eine Totenmaske. Ein Aufstieg auf die Pyramide lohnt sich schon deshalb, weil sie einen besonders schönen Blick auf die Struktur II ermöglicht.

Auch die beiden Gebäude IV und VI an der Ost- und Westseite des Platzes stammen ursprünglich aus präklassischer Zeit, ebenso Struktur V an der Südseite des Platzes, unmittelbar nördlich der Pyramide II.

Struktur II an der Südseite ist eine gewaltige Pyramide. Sie misst etwa 120x120 m und ist 45 m hoch. Sie ist eine der größten Mayapyramiden überhaupt und stammt ursprünglich schon aus der vorklassischen Periode. Sie wurde mehrmals überbaut. Oben steht ein kleiner Palast. 1997 wurde unter der Pyramide das Grab vom König Yuknoom Yich'aak K'ahk' entdeckt, eines von insgesamt vier Gräbern, die man in der Pyramide bislang gefunden hat. Man darf die Pyramide besteigen und hat dann natürlich eine tolle Aussicht.

Der weiche Kalkstein, der für den Bau der Stadt verwendet wurde, ist leider nicht sehr beständig. Insbesondere die über 120 Stelen sind so verwittert, dass ihre Botschaften zum großen Teil nicht mehr entschlüsselt werden können.

Einige der Totenmasken und der Schmuckstücke aus Jade, die man als Grabbeigaben gefunden hat, sind heute in Campeche im Museo Arqueológico in der Fuerte de San Miguel ausgestellt.

Reserva de la Biosfera de Calakmul

Die archäologische Zone Calakmul liegt mitten im riesigen gleichnamigen Naturschutzgebiet. Es wurde 1989 eingerichtet und besteht aus mehreren Kernzonen, in denen jegliche land- und forstwirtschaftliche Aktivität verboten ist und die über die Hälfte der Fläche von 7000km² ausmachen. Das Gebiet auf guatemaltekischer Seite ist ebenfalls geschützt.

Es handelt sich um das größte zusammenhängende Regenwaldgebiet Mexikos. Das Klima ist feucht heiß mit Regen im Sommer, im Winter kann es vereinzelt kühle Tage geben.

In dem Naturschutzgebiet leben über 80 verschiedene Säugetiere, darunter Jaguar, Puma, Ozelot, Kleinlöwen und weitere Katzen, Ameisenbären, Klammeraffen, Brüllaffen, Tapire, Wildschweine, Gürteltiere und verschiedene Hirscharten. Unter den mehr als 350 Vogelarten stechen Königsgeier, Tukan, Fasan und verschiedene Adler hervor, außerdem gibt es über 70 verschiedene Reptilien, eine schier unendliche Anzahl Schmetterlinge und 1600 verschiedene Pflanzen, darunter 70 Orchideenarten.

Die meisten Tiere sind nicht scheu und auf dem Weg zur archäologischen Zone wird man viele von ihnen sehen. Wilde Truthähne, Fasanen und ein paar Affen sieht man fast sicher, die scheuen Katzen wird man aber kaum zu Gesicht bekommen.

The Calakmul Biosphere Reserve | The Nature Conservancy

Calakmul Biosphere Reserve - Wikipedia, the free encyclopedia

Weil Calakmul so abgelegen ist, hat es nur wenige Besucher. Das ist natürlich besonders reizvoll. Man muss aber beachten, dass es keine Versorgungsmöglichkeiten gibt. Essen und vor allem genügend Wasser muss man mitbringen.

Das Gelände ist riesig. Wenn man ziemlich alles sehen will, muss man mindestens 3 Stunden Zeit einplanen.

Geöffnet: täglich 8:00–17:00. Eintritt 48 Peso.




Calakmul Map (2500 * 1838 Pixel) Hochaufgelöste Pixelkarte.

Calakmul - Reiseführer und Reiseinformationen auf Wikivoyage

Calakmul - Wikipedia, the free encyclopedia

Mesoamerican Photo Archives: Calakmul Background

Calakmul - Wikipedia


Öffentliche Verkehrmittel gibt es keine, man muss ein Taxi für die ganze Tour mieten, z. B. ab Xpujíl.

56 km westlich von Xpujíl zweigt eine kleine Teerstraße ab ins Naturschutzgebiet. Hier kassiert erstmal das Ejido Conhuas 56 Peso pro Auto und 28 Peso pro Person ab. Solche Art von Wegezoll ist natürlich nicht legal, kommt aber in Mexiko öfters vor. Unverschämterweise kassieren sie auch für Taxis und sogar für den Fahrer.

Kurz danach kassiert die Naturschutzbehörde das Eintrittsgeld für das Biosphärenreservat in Höhe von 54 Peso. Es sind dann noch 60 km bis zur archäologischen Zone durch den Dschungel. Schließlich kassiert dann die INAH noch das Eintrittsgeld für die archäologische Zone.

Eine Verbindung nach Guatemala gibt es vom Staat Campeche nicht.