Linksammlung und praktischer Reiseführer - Mexiko

Yaxchilán

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92 m
Dintel 88 - Yaxchilan

Die Zona Arqueológica de Yaxchilán liegt verborgen tief im Urwald. Bis heute führt keine Straße zu der ehemaligen Mayastadt, die 1833 entdeckt wurde. Im 19. Jhdt. wurden viele der interessantesten Stücke von britischen Archäologen nach London verbracht, wo sie zum Teil im British Museum zu sehen sind. Es handelt sich dabei hauptsächlich um Stelen und Türstürze, die mit aufwändigen Steinmetzarbeiten versehen sind, die die Geschichte der Stadt präzise dokumentieren, einschließlich Datumsangaben. Immer wiederkehrendes Element sind Blutopfer der Noblen, die sich in Finger und Penis stachen, um mit dem Opfer Unheil vom Volk abzuhalten. Lakandonenindianer, die in der Gegend wohnen, haben den Ort die ganze Zeit über für Zeremonien genutzt und tun es bis heute.

Die einstigen Bewohner haben ihre Stadt wahrscheinlich Izancanac genannt. Sie liegt an einer malerischen Flussschleife des Rio Usumacinta, die sie fast vollständig umringt. Erreichbar ist sie ausschließlich mit dem Boot. Der Usumacinta ist einer der größten Flüsse Mexikos. Er bildet an dieser Stelle die Grenze zu Guatemala.

Estela 11 - Yaxchilan

Für die Maya war der Usumacinta eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen im heutigen Chiapas. Wegen der Kontrolle über den Fluss war Yaxchilán in der klassischen Periode eine bedeutende Regionalmacht. In Stein gemeißelte Datumsangaben gehen von 350 n. Chr. bis 810 n. Chr., was die Blütezeit der Stadt markiert. Um das Jahr 600 n. Chr. hatte das Reich offensichtlich erhebliche Schwierigkeiten, denn aus dieser Zeit gibt es kaum Datumsangaben auf Stelen oder Türstürzen. Erst 630 mit dem Amtsantritt von Pájaro-Jaguar III hat sich die Situation verbessert. Sein Sohn Escudo Jaguar I war der wichtigste Herrscher und regierte Yaxchilan fast 60 Jahre lang. Nach dem Zerfall des Reiches Anfang des 9. Jhdts war die Stadt vielleicht noch eine Weile bewohnt, aber es wurde nichts neues mehr gebaut.

Nur die wichtigsten Gebäude haben einen Namen. Alle übrigen wurden einfach in der Reihenfolge ihrer Entdeckung durchnummeriert und haben so anregende Bezeichnungen wie Estructura 18 oder Pirámide 36.

Nach einer guten halben Stunde Bootsfahrt ab Frontera Corozal (s.u.) erreicht man die besagte Flussschleife mit der Grabungsstätte. Schon die Bootsfahrt durch den Urwald ist ein Erlebnis. Dichte Bäume flankieren den Fluss, dessen ausgewaschene Uferböschung in der Trockenzeit beeindruckend hoch ist.

Klammeräffchen - Yaxchilan

Der Urwald wurde nur um die Gebäude herum gebändigt. Die verschiedenen Gruppen von Tempeln sind untereinander über Wege verbunden, alles andere wurde belassen. Brüllaffen und Klammeraffen wird man auf jeden Fall sehen, vielleicht weitere Säugetiere, wahrscheinlich auch Riesenspinnen, Schlangen und anderes Getier. Wegen der Lage am Fluss, der üppigen Vegetation, der Geräuschkulisse des Dschungels, aber auch wegen der Ästhetik der Bauwerke und der kunstfertig geschnittenen Stelen gehört Yaxchilan zu den schönsten und interessantesten Mayaruinen. Besucher müssen sich auf tropisch schwüle Hitze und steile Aufstiege einstellen.

Vom Bootsanleger führt ein steiler Treppenweg nach oben zum Eingang. Kurz danach zweigt ein kleinerer steiler Weg rechts ab zur kleinen Akropolis, einer Gruppe von relativ zerfallenen Gebäuden um einen kleinen Platz. Es handelt sich überwiegend um Wohngebäude der Noblen.

Edificio 33 - Yaxchilan

Von dort führt durch dichtes Gestrüpp ein Weg zur großen Akropolis, die hauptsächlich aus Bauwerk 33 besteht. Mit seinem enormen Dachkamm ist es das schönste Gebäude in Yaxchilan. Es liegt 40 m höher als der Hauptplatz. Erbaut wurde es vom Herrscher Pájaro Jaguar IV. Extem präzise gearbeitete und sehr gut erhaltene Reliefs stellen hauptsächlich den Herrscher selbst und dessen Heldentaten dar.

Ein weiterer steiler Weg führt hoch zur südlichen Akropolis mit den Gebäuden 39, 40 und 41. Sie liegen 90 m über dem Hauptplatz und bieten eine prima Aussicht. Es handelt sich um drei Tempel, die über Treppenstufen erreichbar sind. Hier stehen auch ein paar etwas verwitterte Stelen.

Nordöstlich der großen Akropolis gruppiert sich eine größere Anzahl Tempel um den Hauptplatz Gran Plaza. Struktur 20 am südlichen Ende des Platzes hat drei Eingänge, die mit behauenen Türstürzen versehen sind. Eindrucksvoll ist auch der Reliefstein an der Decke. Die Türstürze 15, 16 und 17 der Struktur 21 nebenan stehen heute in London. In dem Gebäude steht eine Stele mit reichlich Schriftzeichen und Datumsangaben. Beide Tempel wurden von Pajaro Jaguar IV gebaut.

Zwei Tempel weiter nördlich ist die Struktur 23 mit ihren fein gearbeiteten Tür- und Fensterstürzen besonders sehenswert. Der Zentrale Türsturz (Dintel 25) steht in London (es gibt keine Reproduktionen von den Sachen), Struktur 6 auf der Ostseite des Platzes wird auch Templo Rojo de la Ribera genannt. An den Stuckarbeiten der Fassade ist die rote Farbe noch zu erkennen. Struktur 17 im nordwestlichen Bereich des Platzes könnte ein Dampfbad gewesen sein, das wahrscheinlich zu rituellen Reinigungszwecken im Zusammenhang mit dem Ballspiel genutzt wurde. Auf dem Platz stehen außerdem insgesamt 7 Stelen.

Die komplizierte zweistöckige Struktur 19 an der Nordwestseite des Hauptplatzes, auch El Laberinto genannt, diente wahrscheinlich als Königspalast. Nördlich vom Labyrinth liegt der Ballspielplatz.

Ausgangspunkt ist das 15 km entfernte Frontera Corozal, das erst seit 1976 existiert. Die Ortschaft kassiert von Touristen eine kommunale Steuer von 15 Peso. Es ist ein staubiges und langweiliges Tropendorf. Es gibt aber ein paar einfache Restaurants und Hotels. Man kann auch im Lakandonendorf Lacanja Chansayab (siehe Bonampak) übernachten.

Die archäologische Zone ist täglich von 8:00–15:30 geöffnet. Eintritt: 57 Peso. Die Eintrittskarte muss man schon in Frontera Corrozal kaufen.




Yaxchilán, un viaje a las maravillas del pasado

Yaxchilán - Wikipedia, la enciclopedia libre

Yaxchilan - Wikipedia, the free encyclopedia

Yaxchilán & Bonampak (Chiapas), MÉXICO: ein Album bei Flickr

Turismo en Chiapas - Chiapas 360

Instituto Nacional de Antropología Virtueller Spaziergang vom INAH.

Zona Arqueológica de Yaxchilán - RinconesDeMiTierra Video 1:21.


Posada Liz Beth, etwa auf halbem Weg zwischen Combibasis und Bootsanleger, einfache Zimmer mit Venti aber schlechten Matrazen 150 Peso.


Die Bootsfahrt ab Frontera Corozal dauert etwa eine halbe Stunde. Der Bootsanleger liegt etwa 2 km nördlich der Combibasis. Hin- und Rückfahrt kosten happige 600 Peso - 800 Peso pro Boot, je nach Gruppengröße.

Ab Frontera Corozal fahren stündlich Combis nach Palenque, Fz.: 180 min, 100 Peso. Sie passieren den Cruzero San Xavier (40 min, 35 Peso, wo Taxis nach Bonampak und Lancajá Chansayab warten.