Linksammlung und praktischer Reiseführer - Mexiko

El Tajin

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120 m
El Tajín

El Tajín war die Hauptstadt der Totonaken. Es war Zeremonialzentrum, Regierungs- und Herrschersitz. Seine Blüte dauerte von 800 n. Chr. bis 1200 n. Chr. Das ist für die Gegend ein eher ungewöhnlicher Zeitraum, wo doch im 9. Jhdt fast alle wichtigen Zentren in Ostmexiko aufgegeben wurden.

Etwa 20000 Einwohner soll die Stadt zur Blütezeit gehabt haben. Um 1200 n. Chr. wurde El Tajín verlassen, nachdem es durch ein Feuer zerstört worden war. Der Dschungel hat sich das Gebiet zurückerobert, und erst im 18. Jhdt. hat man die Ruinen zufällig bei der Suche nach illegalen Tabakpflanzungen entdeckt.

Die öffentlichen Verkehrsmittel halten nur etwa 100 m vom Eingang entfernt. Souvenirstände säumen den Weg. Westlich davon liegen die meisten Restaurants. Auf dem runden Platz vor dem Eingang führen die Voladores de Papantla mehrmals täglich ihren Vogeltanz auf.

El Tajín - Modell

Das schicke und relativ moderne Museo del Sitio direkt beim Eingang hat ein großes Modell der Anlage, so dass man sich erstmal einen genaueren Überblick verschaffen kann. Ansonsten zeigt das Museum hauptsächlich eine größere Menge geschnittener Reliefsteine.

Vom Eingang führt ein hübsch angelegter Weg durch üppiges Grün zur Grupo Plaza del Arroyo. Man hat hier eine Skulptur von einem Händler gefunden und vermutet deshalb, dass es sich um einen Marktplatz handeln könnte. Der Platz ist von vier großen Bauwerken umgeben, einem je Himmelsrichtung. Das interessanteste ist die Pyramide an der Nordseite, die die typischen Nischen aufweist. Es heißt schlicht Edificio 16. Unmittelbar nördlich des Platzes liegen zwei Ballspielplätze mit den Bezeichnungen 17/27 und 13/14. Aufgrung ihrer Lage und ihres Alters werden sie zur Grupo Plaza del Arroyo gerechnet. Insgesamt wurden nicht weniger als 14 Ballspielplätze ausgegraben. Das Ballspiel muss in bei den Totonaken eine enorm wichtige Rolle gespielt haben.

El Tajín - Juego de Pelota Sur

Nördlich davon liegt die Zona Central. Es handelt sich um eine recht ungeordnete Menge von Gebäuden. Auf der linken Seite formen die Gebäude 5 und 6 den Ballspielplatz Juego de Pelota Sur. Es muss der wichtigste Ballspielplatz gewesen sein, denn die Banden sind mit aufwändigen und hochinteressanten Reliefs verziert. Sie stellen Ballspielszenen, ein Pulqueritual und vor allem eindeutige Opferszenen dar. Es ist ganz sicher, dass hier Sieger oder Verlierer, zumindest bei ganz besonders wichtigen Spielen, geopfert wurden, indem man ihnen mit einem Obsidianmesser das Herz herausgeschnitten hat.

El Tajín - Pyramide de los Nichos

Ebenfalls zur Zona Central wird das hübscheste, wichtigste und bekannteste Bauwerk von El Tajin gerechnet, die 18 m hohe Pyrámide de los Nichos. Die siebenstufige Pyramide hat einst als Kalender gedient und hatte für jeden Tag des Jahres eine Nische. Man muss versuchen, sich vorzustellen, dass das ganze Gebäude einst verputzt und gestrichen war, in verschiedenen Rottönen, blau, gelb und grün, alles in der Kulisse des üppigen Regenwaldes. Wahrscheinlich waren die Nischen irgendwelchen Göttern geweiht, und wurden am jeweiligen Jahrestag geschmückt.

Der Treppenaufgang kam erst später hinzu. Davor waren es wahrscheinlich an jeder Seite 22+19+16+13+10+7+4 Nischen, je Stockwerk immer drei weniger. So ergaben sich insgesamt 364 Nischen. Zusammen mit dem Tempel auf der Spitze kommt man so auf die Anzahl Tage des Sonnenjahres. Mit dem Bau der Fronttreppe ist die schöne Arithmetik ein wenig durcheinandergeraten.

Nordöstlich der Nischenpyramide trifft man auf den Ballspielplatz Juego de Pelota Central. Er zeigt auf sechs Tafeln Götter der Totonaken. Darunter befinden sich alte Bekannte wie Quetzalcóatl und Tláloc, die von vielen mexikanischen Völkern verehrt wurden, Macuilxóchitl, den die Azteken später Xochipilli nannten und andere.

Etwas höher gelegen und dadurch abgetrennt von der Zona Central liegt nördlich davon die Grupo Tajín Chico. Das waren die Paläste der Herrscher von El Tajín. Das große Gebäude mit dem Strohdach birgt noch nennenswerte Reste von bemaltem Stuck. Man kann sie nur aus einigem Abstand sehen. Sie zeigen religiöse Szenen.

Noch weiter nördlich, im höchstgelegenen Bereich liegt der Complejo de las Columnas. Der Bereich ist nicht vollständig ausgegraben und für Besucher nicht zugänglich. Man hat hier tiefe und schön erhaltene Reliefe auf drei dicken Säulen gefunden, die die Heldentaten des Gottkönigs "13 Conejo" (13 Kaninchen) zeigen. Sie befinden sich im Museo del Sitio.

El Tajín - La Gran Xicalcoliuqui

Die nördlichste Struktur ist eine kunstvolle spiralförmigen Mauer, die La Gran Xicalcoliuqui genannt wird. Sie wird mit Quetzalcóatl in Zusammenhang gebracht.

Wahrscheinlich haben ursprünglich Tolteken die Stadt aufgebaut. Unter wessen Herrschaft El Tajin zur Blüte kam, weiß man nicht. Deshalb spricht man häufig auch von der zentralen Golfkultur. Die UNESCO hat El Tajín 1992 zum Weltkulturerbe erklärt.

Geöffnet: täglich 9:00–17:00, Eintritt: 59 Peso, So. frei für alle Besucher.




El Tajin, Pre-Hispanic City - UNESCO World Heritage Centre Die Beschreibung der UNESCO.

El Tajín - Wikipedia, the free encyclopedia

El Tajin - YouTube Interessantes Video vom INAH, 6:38.

.:INAH:. Panoramaansichten

tajin-map.jpg (JPEG-Grafik, 903x700 Pixel) kleiner Pixelplan.


Der Bus nach Papantla fährt wochentags vielleicht nicht bis zur Wendeschleife hoch.

Nach Tecolutla über Papantla.